Museum der Fotografie Görlitz e.V.
Aus der Geschichte der Fotografie
Die
Fassade des Hauses Löbauer Straße 7 wird von drei Porträtbüsten verziert.
Es sind die Fotopioniere Talbot, Daguerre und Niépce.
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William Henry Fox Talbot (1800 -
1877 ) -stellte bereits 1834 erste Fotogramme her auf Papier, das mit Silbernitrat behandelt war -fotografierte 1835 mit der Camera obscura und fixierte die Bilder mit Kochsalz -durch Behandlung von Schreibpapier mit Silbernitrat und Gallosilbernitrat erhielt er ein Negativ, das er zum Positiv umkopieren konnte -dieses Verfahren wurde 1841 als "Kalotypie " patentiert |
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Louis Jacques Mandé Daguerre ( 1787 -
1851 ) -eigentlich ein Maler, beginnt er 1824 mit Silberplatten zu experimentieren, die er durch Joddämpfe lichtempfindlich macht. -ab 1829 Zusammenarbeit mit Niépce -er entdeckt Quecksilberdampf als Entwickler und Kochsalz als Fixiermittel -am 07.Januar 1839 wird seine Erfindung vor der französischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt und im August unter dem Namen "Daguerrotypie - Verfahren" veröffentlicht. |
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Joseph Nicéphore Niépce ( 1765 - 1833
) -beginnt bereits 1813 mit Experimenten, indem er Steinplatten mit einer Art Firnis überzieht, um sie lichtempfindlich zu machen -er wechselt zu Metallplatten, die er als Druckstock verwenden will, hat jedoch keine Erfolge -1820 entstehen seine ersten lichtechten Bilder mittels Asphaltstaub auf Zinnplatten -ab 1826 Beginn einer Art Zusammenarbeit mit Daguerre, der ihn 1829 von der Veröffentlichung seiner heliografischen Forschungen abhält |
Niepce und Daguerre hatten gemeinsam experimentiert. Sie hatten Platten mit
einer Art Asphaltschicht überzogen und in einer Kamera stundenlang belichtet,
damit das Bild auch ohne Verstärkung, d.h. Entwicklung, sichtbar wurde. Nach
dem Tod von Niepce experimentierte Daguerre allein weiter und 1837 gelang ihm
auch der Durchbruch. Er verwendete eine Silberjodidplatte für die Aufnahme,
diese wurde in Quecksilberdampf entwickelt und in einer warmen Salzlösung
fixiert. Die erste "Daguerrotypie" war entstanden. Als cleverer
Geschäftsmann verkaufte Daguerre das Verfahren an die Pariser Akademie der
Wissenschaften und gab damit die Erfindung frei.
Durch die Veröffentlichung des "Daguerrotypie -
Verfahrens" gilt seitdem das Jahr 1839 als das Jahr der Erfindung der
Fotografie.
Aber dieses Verfahren zur Herstellung eines Bildes hatte einen entscheidenden
Nachteil: Jedes Bild war ein Unikat, denn es wurde ja in der Kamera direkt
auf die Platte als Positivbild aufgenommen. Also war es auch nicht sehr tauglich
für die große Masse der Menschen, denn wer wollte schon mehrmals die Tortur
einer Sitzung bei einem "Daguerrotypisten" auf sich nehmen, nur weil
er an mehrere Leute ein Porträt verschenken wollte.
Die Abhilfe war jedoch schon erfunden, von William Henry Fox Talbot.
Bei seinen Experimenten hatte Talbot Schreibpapier mit Silberjodid beschichtet,
kurz vor der Belichtung in der Camera obscura mit Gallosilbernitrat behandelt
und nach der Belichtung damit entwickelt. Das so entstandene Negativ-Bild wurde
durch eine Fixierung in Kochsalz lichtbeständig. Mittels Wachs konnte
dieses dann transparent gemacht werden - ein durchsichtiges Negativ.
Dieses Negativ legte er nun auf sein "Kalotyp-Papier", ein Papier, das
mit Silberchlorid beschichtet war und belichtete es. So entstand ein
Positivbild, von Talbot selbst als "Kalotypie" bezeichnet und
1841 unter diesem Namen patentiert.
Und so konnten von einem Negativ beliebig viele Positive, sog.
Abzüge, hergestellt werden.
Heute nennen wir dieses Verfahren "Kontakt-Kopie".
Im Jahre 1844 veröffentlichte Talbot sein erstes Buch mit Fotografien, "The
Pencil of Nature".
Diese Art der Abzüge hatte aber einen entscheidenden Nachteil: Die Papierfasern des gewachsten Papiers behinderten die Wiedergabe feiner Details. Mit Glas als Unterlage würde dieses Problem nicht existieren. Es mußte nur ein geeigneter Überzug gefunden werden, der die lichtempfindlichen Salze festhielt.
Das Kollodium - Naßverfahren
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Frederick Scott Archer - veröffentlichte 1851 ein neues Verfahren auf der Basis von Kollodium. Kollodium entstand, indem man Schießbaumwolle in Äther auflöste. Es wurde auch Nitrozellulose genannt. |
Diesem Kollodium wurde Kaliumjodid zugegeben, und es wurde auf einer
Glasplatte gleichmäßig verteilt. Der Äther verflüchtigte sich und eine
klebrige Schicht blieb zurück. Zur Sensibilisierung wurde die Platte jetzt mit
Silbernitrat behandelt. In diesem feuchten Zustand wurde die Platte in der
Kamera belichtet und sofort danach entwickelt, fixiert und gewässert. Das
Ergebnis war ein Negativ mit feinen Einzelheiten und zarten Tönen. Die
Belichtungszeit konnte auf wenige Sekunden herabgesetzt werden.
Schon ein Jahr später variierte Archer das Verfahren. Das Kollodium - Negativ
wurde mittels Quecksilberbichlorid weiß eingefärbt; wurde jetzt die Rückseite
des Bildes schwarz hinterlegt, so erschien ein Positiv. Dieses Positiv, in
Amerika Ambrotypie genannt, wurde für Porträts sehr beliebt. Da es nur geringe
handwerkliche Fähigkeiten verlangte und dadurch recht erschwinglich war, konnte
es sich weit verbreiten. Bis um 1880 blieb es ein sehr populäres Verfahren.
| So etwa war ein Fotograf damals unterwegs. Das Zelt diente als Dunkelkammer zum Beschichten und nach dem Belichten auch zum Entwickeln der Glasplatten. | ![]() |
Aber auch diese Bilder waren Unikate, und weil sie aus Glas waren, mußten
sie auch noch besonders geschützt werden.
Selbstverständlich wurden aus den Kollodium - Negativen auch Abzüge durch
Kontakt - Kopie hergestellt. Dafür wurde Kalotypiepapier verwendet, das mit
Eiweiß und Ammoniumchlorid behandelt war. Nach dem Entwickeln und Fixieren
wurden die Bilder oft mit einem Goldtoner behandelt, der ihnen eine satte braune
Färbung verlieh. Diese Nachbehandlung machte das Bild aber wieder ziemlich
teuer.
Es mußte wieder etwas Neues her, und dieses Neue wurde "Carte de
visite" genannt.
1854 ließ sich André Adolphe Disderi, ein Pariser Fotograf, ein Verfahren patentieren, mit dem mehrere Porträts auf einer einzigen Platte aufgenommen werden konnten. Der Kopiervorgang erzeugte also gleichzeitig mehrere Bilder. Diese, etwa 6x10 cm groß, wurden auf Pappe aufgezogen und erhielten den Namen "Carte de visite - Photo". Damals schon waren diese Bildchen, und auch die später daraus entstandenen 10x14 cm großen "Cabinett - Photos", bei Sammlern ungemein beliebt, da die Fotografen untereinander wetteiferten mit Bildern von Berühmten und auch Berüchtigten.
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Diese Bilder und auch die Bilder der Lieben sollten geschützt, aber repräsentativ aufbewahrt werden. Es entstanden Fotoalben, die mit schönen, oft wertvollen Einbänden aus Leder mit Messingbeschlägen oder Perlmutteinlagen verziert waren.
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